Krisenintervention nach Trauma & Psychotherapie

Sicherheit – der erste Schritt zur Heilung

Traumatische Erfahrungen erschüttern unser Gefühl von Sicherheit zutiefst. Mit einem Mal ist die Welt, unsere Umwelt ein Ort der Unsicherheit, oder gar der Bedrohung. Wir fühlen uns verletzt, verwundet und schutzlos. Und finden mitunter keinen Halt mehr und fühlen uns verloren.

Deshalb ist es nach einer traumatischen Erfahrung besonders wichtig, dass wir darauf achten, wieder ein Gefühl von Sicherheit zu erlangen.

Um uns das zu ermöglichen, ist es hilfreich, zu erkunden, wer oder was uns ein Gefühl von Sicherheit gibt: bei wem fühlen wir uns sicher, an welchen Orten oder Plätzen, bei welcher Tätigkeit, in welchen Momenten?

Wir können auch erkunden, welche Körperhaltung in uns ein Gefühl von Sicherheit hervorruft. Vielleicht fühlen wir uns sicher, wenn wir hüftbreit mit beiden Füßen fest am Boden stehen, diesen wahrnehmen und uns geerdet fühlen und unseren Blick geradeaus nach vorne richten. Oder aber, wenn wir uns in eine Decke eingehüllt in unser Sofa kuscheln.

Auch bestimmte Bewegungen können uns ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Für manche kann dies Krafttraining sein, für andere Tanzen. Oftmals sind es Schwing- und Schaukelbewegungen, die uns beruhigen und uns in unsere Mitte finden und zur Ruhe kommen lassen.

Auch das Wahrnehmen mit unseren Sinnen kann uns ein Gefühl von Sicherheit schenken; wenn wir z. B. die Wärme der Sonne auf unserer Haut spüren, ein Bad nehmen oder kalt duschen. Vielleicht gibt es einen Geruch, der uns sicher fühlen lässt, z. B. der Duft von Orangen, Vanille oder Zimt. Vielleicht ist es eine bestimmte Musik, das Plätschern eines Baches oder das Zwitschern von Vögeln. Oft sind es bestimmte Speisen oder Getränke, die in uns ein Gefühl von Sicherheit hervorrufen; etwa ein Pudding, ein Stück Schokolade, ein Schnitzel oder ein Glas Wein oder eine Schale Kakao.

Es ist hilfreich, wenn wir in unserem Alltag ganz bewusst darauf achten, was uns Sicherheit schenkt, all dies sammeln und aufschreiben und dann bewusst in unser Leben integrieren. Idealerweise sollten wir uns mindestens einmal täglich, besser jedoch so oft wie möglich, Momente ermöglichen, in denen wir uns sicher fühlen.

Wenn wir diese Momente bewusst wahrnehmen und dabei das Gefühl der Sicherheit verspüren und auskosten und bemerken, wie sich dieses in unserem Körper ausdrückt (vielleicht, indem wir eine Wärme in unserem Bauch oder eine Kraft in unserem Rücken spüren, und unser Atem ruhig wird), dann kann sich das Erleben von Sicherheit in uns intensivieren, ausweiten und verankern.

Je öfter wir dies tun, umso stärker kann es sich in uns einprägen und mit der Zeit auch leichter abrufbar sein. Dies stärkt wesentlich unsere psychische Stabilität und verbessert grundlegend unser Erleben und unsere Befindlichkeit und damit unsere Lebensqualität.